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Organisation und Aufgaben des THW-Ortsverbandes in Gifhorn
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Organisation des OV
» Der THW-Ortsverband in Gifhorn damals nach Gründung 1952 «

THW damals - Montage In den Anfängen im Jahre 1952 gab es weder Bekleidung noch Ausstattung. Irgendwie musste es aber losgehen.
Also fing man an, sich mit viel Idealismus und Motivation auf das Helfen vorzubereiten.

Ab 1953 wurde der Ortsverband dann durch verschiedene Helfer in einer alten RAD-Baracke (heute Ford Kuhnt an der Braunschweiger Straße) ausgebildet.
Dort befand sich auch die Ausstattung, wie - man höre und staune - Spaten, Schaufeln, Leinen und Schubkarren, etc.
Ja richtig, mehr war es nicht.

Später kamen dann allerdings gebrauchte Fahrzeuge dazu.



» Organisation und Aufgaben des THW-Ortsverbandes in Gifhorn «

Der Ortsverband Gifhorn gliedert sich in folgende Komponenten:

1. den OV Stab (innere Führung)

Dieser setzt sich zusammen aus dem Ortsbeauftragten,
dem Stellvertretenden Ortsbeauftragten,
dem Ausbildungsbeauftragten,
dem Jugendbetreuer,
dem Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit,
dem IT-Betreuer,
dem THW-Fachberater,
dem Schirrmeister,
und der Verwaltungshelferin.

(bei allen Funktionen ab dem Ausbildungsbeauftragten, sind Doppelbesetzungen möglich)




2. Fachberater des Ortsverbandes

Aufgabenbeschreibung (allgemein):

Der Fachberater (FaBe) vertritt das THW auf verschiedenen Ebenen der Führungsstruktur von Bedarfsträgern.
Er handelt im Auftrag des zuständigen Ortsbeauftragten (OB), Geschäftsführers (GF), Landesbeauftragten (LB) oder Direktor des THW und nimmt initiativ mit der entsprechenden Stelle Kontakt auf und bietet die Hilfe des THW an.
Im Einsatz vertritt der FaBe das THW u.a. als Mitglied von KatS-Leitungen, Technischen Einsatzleitungen bzw. Einsatzleitungen oder Einsatzabschnittsleitungen und Untereinsatzabschnittsleitungen von Bedarfsträgern. Der FaBe ist dem Leiter der entsprechenden Führungseinrichtung / Führungsstelle im Einsatz unterstellt, berät diesen über die Einsatzmöglichkeiten des THW und leistet übertragene Arbeiten.
In vorbereitenden fest definierten Führungsstäben / -gremien sollte er ständiges Mitglied sein, auch bei der Ausbildung und Übungen mitwirken und im Einsatz automatisch hinzugezogen werden.
Bei ad hoc zusammengestellten Führungsstäben / -gremien kann der FaBe vom Leiter angefordert und eingesetzt werden.

Aufgabenbeschreibung (im einzelnen):

1.
Einsatzvorbereitende Kontaktaufnahme und -pflege mit Führungseinrichtungen, Stelle von potentiellen Bedarfsträgern (Stäbe, Leitstellen, Einsatzleitungen, Behörden, etc.).
2.
Initiative und Mitwirkung an der Erstellung und Aktualisierung der Einsatz-Handakten (für FaBe, OV, Gst).
3.
Initiative Kontaktaufnahme mit Führungseinrichtungen / -stellen der Bedarfsträger bei Schadensereignissen in Abstimmung mit dem Ortsbeauftragten oder Geschäftsführer.
4.
Beratung des Einsatzleiters bzw. der Sachgebietsleiter S 1 - S 6 sowie anderer Fachberater über die Einsatzmöglichkeit, -potentiale und Einsatzwert bzw. Leistungsfähigkeit des THW.
5.
Zusammenarbeit mit dem Leiter und den Mitgliedern der Führungseinrichtung / -stelle des Bedarfsträgers.
6.
Umsetzung von Aufträgen an das THW nach Weisung des Leiters und in enger Abstimmung mit den Mitgliedern der Führungseinrichtung / Führungsstelle u.a.:
- Anforderungen von THW-Einheiten / -Teileinheiten bei der zuständigen THW-Organisationseinheit
- Eingliederung der angeforderten THW-Einsatzkräfte in die Einsatzstruktur
- ggf. Formulierung und Erteilung von Einsatzaufträgen an die eingesetzten THW-Einheiten im Auftrag
- Delegation von Aufgaben, die das THW nach Abstimmung und im Auftrag eigenständig bzw. rückwärtig übernimmt (z.B. Logistik)
- Wahrnehmung weiterer Aufgabenbeschreibungen (allgemein): zur Unterstützung des Führungspersonals
7.
Sicherstellung der Verbindung zu Stellen von Bedarfsträgern ohne eigene Führungsstruktur
8.
Teilnahme an einsatznachbereitenden Maßnahmen

Quelle: pdf - Funktionsbeschreibung-FaBe





3. den Technischen Zug Elektroversorgung
Dieser setzt sich zusammen aus:

Zugtrupp dem Zugführer,
dem Zugtruppführer,
zwei Helfern,
plus zwei Reservehelfern

Gruppe dem Gruppenführer,
zwei Truppführern,
und neun Helfern
plus sechs Reservehelfern

Aufgaben der E-Gruppe des Technischen Zuges

betreibt temporäre Stromversorgung mittels Netzersatzanlagen für: - Notunterkünfte
- gemeindliche Energieversorgungsanlagen
- Einrichtungen und Betriebe öffentlichen Interesses
- anderer Bedarfsträger
führt zur Behebung von Gefahren und Notständen unaufschiebbare Reperaturarbeiten an elektrischen Versorgungsanlagen durch.

Die Einzelaufgaben:

- erkundet Schadensgebiete, stellt Schäden fest und informiert oder berät Einsatzführer / Einsatzleiter
- sichert Gefahrenstellen ab
- sichert Schadenstellen an Elektroversorgungsanlagen
- führt Sicherungsmaßnahmen an Elektroversorgungsnetzen zur Verhinderung von Unfällen durch elektrischen Strom durch
- betreibt zeitlich begrenzt Ersatzstromversorgung für: die Bevölkerung,
lebenswichtige Anlagen und Betriebe und
Einrichtungen öffentlichen Interesses
mittels mobiler Netzersatzanlagen
- speist in Netzabschnitte ein
- versorgt die Einheiten und Einrichtungen des THW und andere Bedarfsträger mit Strom aus Netzersatzanlagen
- grenzt Störungen in der Elektroversorgung ein und beseitigt diese
- repariert, baut und ergänzt (im Rahmen ihrer Möglichkeiten) Elektroversorgungsanlagen im Mittel- und Niederspannungsbereich zur Aufrechterhaltung lebenswichtiger Einrichtungen
- unterstützt die Energieversorgungsunternehmen
- unterstützt andere Fachgruppen des THW
- sie führt alle Aufgaben im öffentlichen Netz unter Aufsicht und in Zusammenarbeit mit den Energieversorungsunternehmen durch!

Quelle: ppt - THW-FaBe





4. den zwei Bergungsgruppen

Diese setzen sich zusammen aus:

1. Gruppe dem Gruppenführer,
zwei Truppführern,
und neun Helfern
plus sechs Reservehelfern

2. Gruppe dem Gruppenführer,
zwei Truppführern,
und neun Helfern
plus sechs Reservehelfern

Siehe hierzu die Seite "Ausstattung, Ausbildung und Einsätze"

Aufgaben der B1- und B2-Gruppe des Technischen Zuges

- rettet Menschen und Tiere
- birgt Sachwerte aus Gefahrenlagen einschließlich Wassergefahren
- führt Sicherungsarbeiten in Schadenstellen durch
- leistet leichte Räumarbeiten
- richtet Wege und Übergänge her
- unterstützt sie technisch und personell die Fachgruppen des THW

Die Einzelaufgaben:

- erkundet Schadenslagen
- dringt durch Überwinden oder Wegräumen von Hindernissen zu Schadenstellen vor
- ortet Verschüttete und Eingeschlossene
- rettet Verschüttete und Eingeschlossene und leistet dabei "Erste Hilfe"
- transportiert Verletzte aus Gefahrenbereichen
- führt technische Sicherungsarbeiten durch und legt ggf. einsturzgefährdete Bauwerksteile nieder
- rettet Tiere und birgt Sachwerte und transportiert diese aus Gefahrenbereichen
- bekämpft im Rahmen der Bergung besondere Gefahren (z.B. Wasser, Entstehungsbrände, etc.)
- leuchtet Schadensstellen aus
- baut behelfsmäßige Stege und kleine Brücken
- unterstützt technisch und personell andere Fachgruppen
- rettet Menschen und Tiere und birgt Sachwerte aus Wassergefahren
- leistet Arbeiten bei Uferbefestigungen, Damm- und Deichsicherung
- beräumt Schadenstellen zur Beseitigung anhaltender Störungen

Quelle: ppt - THW-FaBe




5. das Althelferpotenzial

Hîer handelt es sich um ein zahlenmäßig nicht festgelegtes Potenzial an ehemalig aktiven Helfern, die aus persönlichen Gründen am aktiven Leben des Ortsverbandes nur noch begrenzt teilnehmen können.
Hiermit sind nicht die aus altersgründen ausgeschiedenen Helfer gemeint.
Vielmehr sind dieses Helfer, die ihre Bereitschaft erklärt haben, sich in Notlagen oder im Katastrophenfall weiterhin mit ihrem Fachwissen und ihrer Tatkraft zur Verfügung zu stellen.


6. der Jugendgruppe

Während die Zahlen in allen Fachdiensten festgelegt sind, gibt es bei der Jugendarbeit keine festgelegten Zahlen.
Je nach Größe der Jugendgruppe wird diese von einem oder mehreren Jugendbetreuern bzw. Jugendbetreuerinnen betreut.

Siehe hierzu die Seite "THW-Jugend"


7. der unterstützenden Parallelorganisation

THW-Helfervereinigung Gifhorn

Siehe hierzu die Seite "THW-Förderung"



» geographischer Zuständigkeitsbereich des OV Gifhorn «

In erster Linie gilt der Landkreis Gifhorn als Zuständigkeitsbereich!

Im Katastrophenfall entscheidet der HVB (Hauptverwaltungsbeamte) oder die von ihm bevollmächtigte Institution über Ort und Art des Einsatzes des THW.
Der Fachberater des THW berät zusammen mit dem HVB oder der von ihm bevollmächtigten Institution über den Einsatz zusätzlicher ortsfremder THW-Fachdienste.
Wird ein THW-Fachdienst durch den THW-Geschäftsführer in ein Standortfremdes Einsatzgebiet beordert und ist der Heimatstandort von dem Schadensereignis nicht betroffen, so meldet sich diese Einheit bei dem HVB des Heimatstandortes ab.
Bei Abordnungen des örtlichen THW-Fachdienstes in standortferne Einsatzgebiete ist im Zweifelsfall die Zustimmung des HVB einzuholen.

Das heißt:

Können wir den Anforderungen der uns anfordernden Institution nicht gerecht werden, so können wir zu jeder Zeit über das bundesweite Potenzial des THW verfügen.
In der Regel erfolgt diese Anforderung anderer THW-Einheiten dann über den Geschäftsführer.
Im Ausnahmefall bei unmittelbarer Gefahr können zusätzlich erforderliche Fachdienste anderer Ortsverbände aber auch schonmal direkt alarmiert werden.
Der formelle Geschäftsgang wird dann jedoch im nachhinein vollzogen.

Im Umkehrschluss bedeutet dieses aber auch, dass wir auf Anforderung in landkreisfernen Schadensgebieten eingesetzt werden können.

Liegen mehrere Schadenslagen in mehreren Landkreisen vor (z.B. Elbhochwasser 2002), so liegt die Priorität im Anforderungsfall bei dem Heimatstandort.





Zusammenfassung

Hier wird die vielfältige Einsetzbarkeit des THW deutlich, wobei bei uns in Gifhorn neben den B1- und B2-Aufgaben zusätzlich die Komponente "Elektroversorgung" hervorzuheben ist.

Während die grundsätzlichen Tätigkeiten innerhalb eines Schadensereignisses durch die B1- und B2-Gruppen schon abgedeckt werden und die Elektroversorgungskomponente in Gifhorn vorhanden ist, können alle anderen Fachdienste (siehe Seite "Das THW") im Anforderungsfall durch den OV Gifhorn herbeigerufen werden.

Dieses bundesweit modular aufgebaute System, gepaart mit einheitlicher Befehlsgebung, Ausstattung, Ausbildung und der unbürokratischen Abrufbarkeit aller Leistungen, macht uns zu einer flexiblen Organisation.

Anmerkung: Eine Datei über die Geschichte des THW OV Gifhorn finden Sie im Downloadbereich unter "50 Jahre OV-Gifhorn".

Text: J. Wenzel